Timor-Hybrid
Der Timor-Hybrid, meist als HdT (Híbrido de Timor) abgekürzt, ist eine natürliche Kreuzung aus Arabica und Robusta, die in den 1920er-Jahren auf der Insel Timor entdeckt wurde. Solche Kreuzungen sind selten, weil Arabica 44 Chromosomen besitzt und Robusta nur 22. Der Timor-Hybrid verhält sich botanisch wie ein Arabica, trägt aber Robusta-Gene in sich.
Entscheidend ist, was diese Gene mitbringen: Resistenz gegen Kaffeerost. Ab 1959 arbeitete das portugiesische Forschungszentrum CIFC mit Timor-Hybrid-Saatgut und kreuzte es gezielt mit kompakten Arabica-Sorten. Daraus gingen die beiden großen Sortenfamilien Catimor (mit Caturra) und Sarchimor (mit Villa Sarchi) hervor, dazu nationale Züchtungen wie Castillo in Kolumbien, Ruiru 11 und Batian in Kenia oder Obatã in Brasilien.
Praktisch jede moderne rostresistente Arabica-Sorte geht damit auf den Timor-Hybrid zurück. Nicht dazu zählt Icatu: Diese brasilianische Sorte wurde unabhängig davon direkt aus Bourbon und Robusta gekreuzt. Der Preis der HdT-Abstammung wird bis heute diskutiert. Kaffees aus solchen Nachkommen gelten in der Tasse häufig als weniger komplex als klassische Arabica-Linien, wobei sich dieser Abstand mit steigender Anbauhöhe und besserer Selektion deutlich verringert.