Konzentrat oder wässrige Lösung?
Ich werde häufig gefragt, wie ich meinen Kaffee am liebsten trinke. Die Annahme ist meist: Julius hat eine krasse Siebträgermaschine zu Hause, macht sich jeden Morgen einen Espresso und zaubert Latte Art auf den Cappuccino. Die Wahrheit? Ich bin Fan der wässrigen Lösung. Ich trinke am liebsten Filterkaffee.
Das Image-Problem von Filterkaffee
Wenn ich das sage, kommen die üblichen Reaktionen: „Ahh, so wie früher“ oder „Ach, so hat meine Oma das immer gemacht.“ Siebträgermaschinen sind hoch im Kurs, und die Annahme „die Maschine macht den Geschmack“ hält sich hartnäckig.
Espresso: Das Konzentrat
Espresso ist ein kurzes, sehr konzentriertes Getränk. Intensiv im Geschmack, schnell getrunken. Aber selbst wenn die Bohne und die Zubereitung stimmen, hat Espresso eine Eigenschaft: Er betont nur die dominantesten Aromen. Die feinen, leisen Nuancen gehen in der Konzentration oft unter.
Filterkaffee: Die wässrige Lösung
Filterkaffee ist ein langes Getränk, wässrig, teeartig. Die Zubereitung dauert länger, der Genuss dauert länger. Aber dafür bekommst Du deutlich mehr: Der Kaffee ist sanfter, harmonischer, und neben den Hauptaromen kommen auch die weicheren, leiseren Noten zum Vorschein.
Die Crux mit der Qualität
Hier liegt aber auch das Problem: In einem langen Getränk schmeckst Du eben alles. Auch die Fehler. Genau dieses Erlebnis hat sich bei vielen Menschen eingebrannt: Filterkaffee = bitter, dünn, unangenehm.
Aber Kaffee hat sich in den letzten Jahren massiv weiterentwickelt. Ein guter Filterkaffee aus frisch gerösteten Specialty-Bohnen ist ein völlig anderes Getränk.
Was trinkst Du lieber?
Konzentrat oder wässrige Lösung? Es gibt kein richtig oder falsch. Probiere dafür am besten Die Schöpfung oder The Excursion als Filterkaffee.


