Das ideale Kaffeewasser für ausgezeichneten Geschmack
Mar 08, 2021
Kaffee Statistiken zufolge ist Kaffee das beliebteste Heißgetränk der Deutschen. Der durchschnittliche Pro-Kopf Verbrauch beträgt rund 166 Liter pro Jahr. Neben der aufputschenden Wirkung legen viele Kaffeetrinker dabei Wert auf einen aromatischen Geschmack.
Damit der Kaffee sein Aroma entfalten kann, sind nicht nur die Kaffeebohnen und die Art der Zubereitung von wesentlicher Bedeutung. Dem Kaffeewasser sollte ebenfalls ein hoher Stellenwert beigemessen werden, damit die Tasse Kaffee zu einem wahren Genuss wird. Denn schließlich besteht die Tasse Kaffee zu 98% aus Wasser.
Die Faktoren für gutes Kaffeewasser
Nur mit dem perfekten Wasser lässt sich aromatischer Kaffee kochen. Wir in Deutschland haben das Glück, dass unsere Wasserwerke uns stets sauberes Wasser in unsere Leitungen spülen. Dennoch eignet sich dies nicht zwangsläufig als Kaffeewasser.
Vor allem die Wasserhärte, die Alkalität und der pH-Wert entscheiden darüber, ob sich das Kaffeearoma vollständig entfalten kann.
Frisches Wasser verwenden
Verwende für die Kaffeezubereitung möglichst frisches Leitungswasser statt Wasser, das längere Zeit in der Leitung stand. Stehendes Wasser kann durch den Kontakt mit dem Leitungsmaterial einen unangenehmen Beigeschmack annehmen und enthält oft mehr Chlor. Lass das Wasser daher kurz laufen, bevor Du es für den Kaffee verwendest.
Hartes oder Weiches Wasser - Die Unterschiede
Durch zu hartes Wasser werden die Aromen der Kaffeebohnen teilweise neutralisiert. So entsteht nicht nur ein stumpfer, oft leicht bitterer Nebengeschmack, sondern auch Kalkablagerungen in der Kaffeemaschine. Ist das Wasser dagegen zu weich, fehlen die Mineralstoffe, die zum Binden und Transportieren der Aromen wichtig sind. Der Kaffee schmeckt dann eher flach und dünn. Erst die richtige, moderate Wasserhärte sorgt für ein volles, ausgewogenes Aroma. Doch welcher Härtegrad eignet sich am besten für unser Kaffeewasser und welche Härte hat unser Wasser überhaupt?
Welche Wasserhärte ist perfekt?
Der Gesetzgeber differenziert bei der Wasserhärte unseres Trinkwassers sogar zwischen weich, mittel und hart. Um die Einordnung zu treffen, wird der Gehalt an Calcium und Magnesium Ionen im Trinkwasser herangezogen. Um die Wasserhärte klassifizieren zu können, spielt die Carbonathärte eine wesentliche Rolle. Die Menge Calciumcarbonat wird in Millimol angegeben. So weist weiches Wasser weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat auf, Wasser mit mittlerem Härtegrad zwischen 1,5 und 2,5 Millimol und hartes Wasser mehr als 2,5 Millimol auf.
Alternativ wird die Wasserhärte in °dH (dem Grad deutscher Härte bemessen). So wird weiches Wasser mit unter 8,4 °dH, mittleres Wasser zwischen 8,4 °dH und 14,6 °dH und hartes Wasser über 14,6° dH klassifiziert.
Um den besten Kaffeegeschmack zu gewährleisten ist eine weiches bis moderat mittelhartes Wasser, also eine Wasserhärte zwischen 5°dH und 9°dH ideal. Das deckt sich mit dem international anerkannten Richtwert der Specialty Coffee Association (SCA), die eine Wasserhärte von umgerechnet ca. 2,8 bis 9,8 °dH (50 bis 175 ppm Calciumcarbonat) empfiehlt.
Den Härtegrad des Wassers herausfinden
Bei der Stadtverwaltung oder dem lokalen Wasserversorger kannst du den Härtegrad deines Wassers herausfinden. Alternativ kannst du in der Suchmaschine nach Wasserhärte + “Deine Stadt” suchen. Oder du schaust auf wasserversorger.de vorbei. Auch dort findest du Informationen über die Wasserhärte in sämtlichen Regionen.
Tatsächlich kannst du dir auch selbst einen Wasserhärte-Tester anschaffen, um den Test selbst vorzunehmen.
Der PH-Wert - Welchen sollte das Kaffeewasser aufweisen?
Der PH-Wert gibt an, ob Wasser eher sauer oder basisch ist. Je höher der PH-Wert, desto basischer und je geringer, desto saurer das Wasser. Der ideale PH-Wert für Kaffeewasser liegt bei 7. Bei diesem Wert ist das Wasser neutral.
Alkalität
Neben der Wasserhärte spielt auch die Alkalität eine Rolle, also die Puffer- bzw. Neutralisationskapazität des Wassers gegenüber Säuren. Ist die Alkalität zu hoch, neutralisiert das Wasser einen Teil der natürlichen Kaffeesäure, der Kaffee schmeckt dann flach und stumpf. Eine moderate Alkalität erhält dagegen die feine Säurestruktur des Kaffees. Als Richtwert gilt hier laut SCA ein Bereich von etwa 40 bis 75 ppm, gemessen als Calciumcarbonat.
Wasserfilter für den besten Geschmack
Wasserfilter können die Wasserhärte senken und geschmacksstörende Stoffe wie Chlor oder Schwermetalle entfernen.
Wenn du bemerkst, dass sich in deiner Kaffeemaschine Kalkablagerungen bilden, dann ist zur Anschaffung eines solchen Wasserfilter zu raten.
Wie filter ich das Wasser am besten?
Tischwasserfilter sind die einfachste Methode für zu Hause. In der Filterpatrone befinden sich Ionenaustauscher und Aktivkohle. Der Ionenaustauscher bindet die Ionen von Blei, Kalk, Kupfer oder Zink an sich und gibt dafür Wasserstoff-Ionen an. Die Aktivkohle sorgt unterdessen dafür, geschmacks- und geruchsstörende Stoffe wie zum Beispiel Chlor oder Schwermetalle aus dem Wasser zu entfernen.
Temperatur des Kaffeewasser
Die ideale Temperatur des Kaffeewasser ist abhängig von dem Mahlgrad und der Röstung. In der Regel liegt die beste Wassertemperatur zwischen 90°C und 96°C, bei helleren Röstungen eher am unteren, bei dunkleren Röstungen eher am oberen Ende dieser Spanne. Für Espresso werden meist 92 bis 96°C empfohlen.
Fazit
Das Kaffeewasser nimmt wesentlichen Einfluss auf den Kaffeegeschmack. Nur wenn der Zustand des Wassers stimmt, kann sich das Aroma des Kaffees voll entfalten.
Falls das Wasser in deiner Region zu hart sein sollte, so empfiehlt sich der Einsatz eines Wasserfilters. Dieser sorgt für einen ausgeglichenen Mineraliengehalt und entfernt störende Geschmacksstoffe.
Gastbeitrag von Jonas Zeppenfeld ( Thiru )