Arabica vs. Robusta. Der echte Unterschied
„100 % Arabica“ steht auf gefühlt jeder Kaffeepackung. Und die Botschaft ist klar: Arabica = gut, Robusta = schlecht. Aber stimmt das wirklich? Die kurze Antwort: Nein.
Zwei verschiedene Pflanzen
Arabica (Coffea arabica) und Robusta (Coffea canephora) sind zwei verschiedene Kaffeearten. Arabica macht ca. 60 % der weltweiten Kaffeeproduktion aus, Robusta ca. 40 %.
| Arabica | Robusta | |
|---|---|---|
| Anbau | Höhenlagen (600 bis 2.000 m) | Tiefland (0 bis 800 m) |
| Koffein | ca. 1,2 % | ca. 2,2 % |
| Zucker | ca. 6 bis 9 % | ca. 3 bis 7 % |
| Öle | ca. 15 bis 17 % | ca. 10 bis 12 % |
| Geschmack | Komplex, fruchtig, floral, säurebetont | Erdig, nussig, schokoladig, kräftig |
| Crema | Weniger, heller | Mehr, dichter, dunkler |
Warum hat Robusta so einen schlechten Ruf?
Das Problem ist nicht die Pflanze. Das Problem ist, wie sie lange Zeit behandelt wurde. Robusta wurde jahrzehntelang als billiger Füllstoff verwendet.
Aber: Wenn Robusta mit der gleichen Sorgfalt angebaut und verarbeitet wird wie Arabica, kann er hervorragend schmecken. In der Szene spricht man dann von „Fine Robusta“.
Warum wir Robusta verwenden
In unserer Offenbarung stecken 30 % hochwertiger Robusta aus Indien. Die Arabica-Anteile bringen die Komplexität und Süße, der Robusta bringt die Kraft.
„100 % Arabica“ ist kein Qualitätssiegel
Hier liegt der häufigste Irrtum. „100 % Arabica“ sagt Dir nur, welche Pflanzenart in der Tüte steckt. Über die Qualität sagt es nichts.
Fazit
Arabica und Robusta sind verschieden. Nicht besser oder schlechter. Die Kunst liegt in der Qualität der Bohne und in der Röstung.
