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Wir haben nachgemessen. Ist Monsooned Malabar wirklich der säureärmste Kaffee der Welt?

Wir haben nachgemessen. Ist Monsooned Malabar wirklich der säureärmste Kaffee der Welt?

Monsooned Malabar aus Indien gilt als säureärmster Kaffee der Welt. Wir haben unabhängige pH-Messungen geprüft und erklären, was wirklich dahintersteckt.

„Der säureärmste Kaffee der Welt" steht auf gefühlt jeder zweiten Verpackung mit einem Kaffee aus Indien. Meistens geht es dabei um Monsooned Malabar. Ein Satz, der so oft wiederholt wird, dass ihn kaum noch jemand hinterfragt. Wir wollten es genauer wissen und haben nachgesehen, ob es dazu tatsächlich Messwerte gibt und nicht nur Marketing.

Was macht Kaffee überhaupt sauer?

Säure ist keine Fehlnote im Kaffee. Sie gehört genauso zum Geschmack wie Süße oder Bitterkeit. Wie viel Säure Du in der Tasse schmeckst, hängt von mehreren Faktoren ab.

  • Anbauhöhe: Kaffee aus höheren Lagen entwickelt meist mehr Säure, weil die Kirschen langsamer reifen
  • Aufbereitung: Gewaschene Kaffees schmecken tendenziell säurebetonter als natural aufbereitete
  • Röstgrad: Je dunkler geröstet wird, desto mehr Säure baut sich beim Röstprozess ab
  • Zubereitung: Kurze, heiße Extraktionen betonen Säure stärker als lange, mildere

Ein Kaffee kann also aus vielen Gründen mild oder säurebetont schmecken. Genau das macht die Behauptung „säureärmster Kaffee der Welt" so schwer zu überprüfen. Es gibt keine zentrale, offizielle Rangliste für Kaffeesäure. Was es aber gibt, sind einzelne unabhängige Messreihen. Und die lohnt sich ein Blick wert.

Monsooned Malabar. Die Methode aus Indien

Die Geschichte beginnt vor über 100 Jahren im Segelschiff-Handel. Rohkaffee aus Indien wurde damals monatelang über den Seeweg nach Europa verschifft. Durch die feuchte Meeresluft und die lange Reisezeit veränderten sich die Bohnen deutlich. Sie wurden größer, heller und milder im Geschmack. Als der Suezkanal die Transportzeit drastisch verkürzte, blieb dieser Effekt aus und die Kaffees schmeckten plötzlich anders als gewohnt. Um den ursprünglichen Geschmack künstlich nachzustellen, wurde die Monsooning-Methode entwickelt.

Dabei wird der Rohkaffee an der Malabarküste in offenen Lagerhallen dem feuchten Monsunwind ausgesetzt. Über mehrere Wochen ziehen die Bohnen die Feuchtigkeit auf, quellen auf und verändern dabei ihre Zellstruktur. Genau dieser Prozess baut die Säure spürbar ab. Am Ende steht ein Kaffee mit auffällig heller, blassgelber Bohne und einem sehr milden, erdigen bis nussigen Geschmack.

Was die Messwerte tatsächlich zeigen

Eine amerikanische Kaffee-Fachpublikation hat vor einigen Jahren zehn verschiedene, als säurearm beworbene Kaffees nebeneinander getestet und dabei den pH-Wert jeder einzelnen Tasse gemessen. Ein höherer pH-Wert bedeutet weniger Säure. Unter den Testkandidaten waren speziell entsäuerte Sorten, dunkel geröstete Kaffees und Sumatra, das ebenfalls für seine Milde bekannt ist. Das Ergebnis: Der Monsooned Malabar in der Testreihe hatte von allen zehn Kaffees den höchsten pH-Wert und damit tatsächlich die geringste gemessene Säure der ganzen Gruppe.

Das ist bemerkenswert, weil es sich um eine echte Messung handelt und nicht um eine Behauptung auf einer Produktverpackung. Trotzdem bleibt es eine einzelne Testreihe mit zehn Kaffees, nicht ein Vergleich aller Kaffees der Welt. Wissenschaftlich abgesichert ist der Effekt aber unabhängig davon: Eine 2009 im Fachjournal European Food Research and Technology veröffentlichte Studie des Central Food Technological Research Institute (CFTRI) in Mysore („Physico-chemical, antioxidant and antimicrobial properties of Indian monsooned coffee") weist nach, dass sich Kennwerte wie pH-Wert, Chlorogensäuren und lösliche Feststoffe durch das Monsooning gegenüber unbehandeltem Rohkaffee signifikant verändern und die Säure dabei deutlich sinkt. In der Summe reicht das für eine ehrliche Aussage: Monsooned Malabar gehört nachweislich zu den säureärmsten Kaffees der Welt. Der Titel „der eine, einzig wahre säureärmste Kaffee" lässt sich mangels einheitlicher globaler Messung nicht seriös vergeben, aber die Beweislage für „einer der säureärmsten" ist ungewöhnlich gut für ein Marketing-Versprechen.

Malabar Mellows. Woher der Name eigentlich kommt

Falls Dir beim Recherchieren auch der Name „Malabar Mellows" begegnet ist: Das ist keine eigene, noch säureärmere Spezialaufbereitung, sondern der Markenname eines der größten indischen Kaffeeexporteure für seine Premium-Charge Monsooned Malabar. Der Name ist eine Anspielung auf „mellow", also mild und abgerundet, genau die Eigenschaft, die das Monsooning ausmacht. Kleines Detail am Rande: Auch unsere Die Entdeckung lief intern lange Zeit unter dem Namen Monsooned Malabar Mellows, bevor wir sie umbenannt haben. Der Kaffee dahinter ist derselbe geblieben.

So hält Goodbean seinen Kaffee zusätzlich mild

Alle Goodbean Kaffees sind durch unsere schonende Trommelröstung bereits säureärmer als Industriekaffee. Wir rösten hell genug, damit die Aromen erhalten bleiben, aber schonend genug, damit die Säure nicht dominiert. Bei einem Kaffee wie Monsooned Malabar kommt dieser Effekt zur natürlichen Milde der Aufbereitung noch obendrauf.

Unsere Empfehlung: Die Entdeckung

Mit Die Entdeckung haben wir genau diesen Kaffee im Sortiment. Ein waschechter Malabar Monsooned aus Indien, hell geröstet, mit nussigem Geschmack, sanfter, karamellartiger Süße und einem exotischen Hauch von Tropenholz. Perfekt für alle, die einen besonders milden Kaffee suchen und trotzdem nicht auf Charakter verzichten wollen.

Die Entdeckung eignet sich hervorragend als Filterkaffee, für Pour Over, French Press, AeroPress oder die Filterkaffeemaschine. Wer den gleichen Kaffee lieber als Espresso mag, findet ihn dunkler geröstet als Die Entdeckung Espresso.

Die passende Bohne dazu

Frisch geröstet, erst nach Deiner Bestellung verpackt.

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