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Wie wird Kaffee entkoffeiniert? Vier Methoden im direkten Vergleich

Wie wird Kaffee entkoffeiniert? Vier Methoden im direkten Vergleich

Dichlormethan, Ethylacetat, Swiss Water oder CO2. Wir vergleichen alle Entkoffeinierungsmethoden nach Geschmack, Umweltfreundlichkeit und Schonung und zeigen, welche wirklich überzeugt.

Koffein steckt fest im Inneren der Kaffeebohne. Um es herauszuholen, ohne dabei den ganzen restlichen Geschmack mitzunehmen, wurden im Lauf der letzten 100 Jahre mehrere Verfahren entwickelt. Sie unterscheiden sich stark darin, wie sie arbeiten, wie viel vom Aroma übrig bleibt und wie sehr sie die Umwelt belasten. Wir stellen Dir alle vier gängigen Methoden vor und sagen Dir, welche in welcher Disziplin vorne liegt.

Die vier Methoden im Überblick

Dichlormethan-Verfahren (Direktverfahren): Der rohe Kaffee wird mit Wasserdampf angefeuchtet und anschließend direkt mit dem Lösungsmittel Dichlormethan (auch Methylenchlorid genannt) behandelt. Es bindet sich an die Koffeinmoleküle und wird danach wieder abgewaschen. Das älteste und günstigste industrielle Verfahren.

Ethylacetat-Verfahren (Sugar-Cane-Prozess): Funktioniert ähnlich wie das Dichlormethan-Verfahren, nutzt aber Ethylacetat als Lösungsmittel. Besonders in Kolumbien wird Ethylacetat aus fermentiertem Zuckerrohr gewonnen, daher der Name Sugar Cane Process. Weil Ethylacetat auch natürlich in Obst vorkommt, wird dieser Kaffee gerne als „natürlich entkoffeiniert" beworben.

Swiss Water Process: Kommt komplett ohne Lösungsmittel aus. Die Rohbohnen werden in heißem Wasser eingeweicht, das dabei Koffein und Aromastoffe aufnimmt. Dieses Wasser läuft anschließend durch einen Aktivkohlefilter, der gezielt nur die Koffeinmoleküle herausfiltert. Die so gereinigte, aromagesättigte Lösung wird für die nächste Charge Rohkaffee wiederverwendet, wodurch am Ende fast nur das Koffein verloren geht.

CO2-Verfahren (überkritisches CO2): Kohlendioxid wird unter sehr hohem Druck in einen Zustand gebracht, in dem es sich wie eine Flüssigkeit verhält, aber Eigenschaften eines Gases behält. In diesem Zustand dringt es tief in die Bohne ein und löst gezielt Koffein heraus, ohne die größeren Aromamoleküle mitzunehmen. Technisch aufwendig, aber sehr präzise.

Daneben gibt es noch das historische Triglycerid- oder Ölverfahren, bei dem Kaffeeöl statt eines chemischen Lösungsmittels verwendet wird. Es spielt heute im Specialty-Bereich praktisch keine Rolle mehr und wird hier deshalb nicht weiter vertieft.

Ranking nach Geschmack

Ganz vorne liegen CO2-Verfahren und Swiss Water Process. Beide gehen sehr selektiv vor und lassen die feinen Aromamoleküle weitgehend unangetastet, wodurch der Kaffee seinen Charakter behält. Das Ethylacetat-Verfahren liefert einen spürbar süßeren, runden Kaffee, kommt geschmacklich aber nicht ganz an die beiden erstgenannten heran. Das Dichlormethan-Verfahren schneidet am schlechtesten ab. Es geht am aggressivsten mit den Aromastoffen um und ist maßgeblich für den flachen, leicht medizinischen Geschmack verantwortlich, den viele mit schlechtem Decaf verbinden.

Ranking nach Umweltfreundlichkeit

Der Swiss Water Process liegt hier klar vorne. Er kommt ohne chemische Lösungsmittel aus, das Wasser wird im Kreislauf wiederverwendet und der CO2-Fußabdruck ist im Branchenvergleich gering. Das CO2-Verfahren ist ebenfalls chemikalienfrei, benötigt aber sehr hohen Druck und damit viel Energie für die Anlagen. Das Ethylacetat-Verfahren liegt im Mittelfeld, vor allem weil das Lösungsmittel aus nachwachsenden Rohstoffen wie Zuckerrohr gewonnen werden kann. Das Dichlormethan-Verfahren bildet auch hier das Schlusslicht. Herstellung, Transport und fachgerechte Entsorgung des Lösungsmittels belasten Umwelt und Wasser deutlich stärker als bei den anderen Methoden.

Ranking nach Schonung

Wenn es um den Verzicht auf chemische Lösungsmittel geht, teilen sich Swiss Water Process und CO2-Verfahren den ersten Platz. Beide kommen komplett ohne Chemikalien aus. Das Ethylacetat-Verfahren verwendet zwar ein Lösungsmittel, das auch natürlich vorkommt, bleibt aber ein Lösungsmittelverfahren mit entsprechenden Rückständen im Spurenbereich. Dichlormethan steht unter dem Verdacht, krebserregend zu sein, weshalb der Einsatz in der EU streng reguliert und mit strikten Grenzwerten versehen ist. In den zugelassenen Mengen gilt es als unbedenklich, ist aber bei Weitem die am wenigsten schonende Variante.

Und wer gewinnt jetzt?

In der Gesamtbetrachtung aus Geschmack, Umwelt und Schonung liegt der Swiss Water Process vorne. Er ist die einzige Methode, die in allen drei Kategorien mindestens sehr gut abschneidet, ganz ohne Chemie und mit einem Ergebnis, das dem koffeinhaltigen Original sehr nahekommt. Das CO2-Verfahren gilt unter Specialty-Röstern zwar als technischer Goldstandard für maximale Aromaerhaltung, braucht aber deutlich mehr Energie in der Herstellung. Wenn Dir Umweltfreundlichkeit genauso wichtig ist wie Geschmack, ist Swiss Water der ehrlichste Sieger.

Unsere Empfehlung: EntGOOD

Genau deshalb setzen wir bei EntGOOD auf den Swiss Water Process. Der Rohkaffee aus Brasilien wird so schonend wie möglich rein mit Wasser entkoffeiniert, ganz ohne Chemikalien. In der Tasse schmeckt EntGOOD leicht nussig und schokoladig und lässt sich als Omni-Roast sowohl als Filterkaffee als auch als Espresso zubereiten. Voller Geschmack, ohne Koffein, und Du kannst trotzdem nachts schlafen.

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